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WP-Bericht vom 24.10.25 zur Besteckfabrik Hesse, Fleckenberg

Stellungnahme der Stadt Schmallenberg

Auf die Anfrage der Westfalenpost zum Stand etwaiger Verhandlungen mit der Erbengemeinschaft Hesse hat die Stadt mit Blick auf eine Grundstücksangelegenheit, deren Inhalte grundsätzlich Gegenstand nicht-öffentlicher Beratungen sind, zunächst zurückhaltend und mit Vorsicht reagiert.

Der Bericht vom 24.10.25, mit den darin zitierten Aussagen des Miteigentümers Carl-Joachim Hesse, gibt jedoch erheblichen Anlass zur Richtigstellung sowie für eine offene und umfassende Stellungnahme:

  • Die Stadt Schmallenberg hat der Erbengemeinschaft in Abstimmung mit den städtischen Gremien nachweislich ein konkretes Kaufangebot unterbreitet; dieses erfolgte mit Schreiben vom 27.08.2020 gegenüber allen Eigentümern unter Nennung eines Kaufpreises sowie mit Darstellung der Rahmenbedingungen und Maßnahmen, die die Stadt für eine zukunftsfähige Entwicklung von Gebäude und Museum seinerzeit für erforderlich hielt.
  • Das Angebot wurde nach der Kommunalwahl 2020 mit Schreiben vom 16.09.2021 erneuert. Mit den städtischen Bemühungen zur Eigentumsübernahme waren Gespräche mit Mitgliedern der Erbengemeinschaft verbunden, parallel liefen bereits Abstimmungen mit der NRW-Stiftung und dem Land NRW, um Fördergelder für die Besteckfabrik zu akquirieren.
  • Im Ergebnis sind die städtischen Angebote schlichtweg nicht angenommen worden bzw. innerhalb der Eigentümergemeinschaft erzielte man keine Einigung darüber. Auch vermittelnde Bemühungen von unbeteiligten Dritten verliefen ergebnislos und sorgten für keine Einigung auf Eigentümerseite.
  • Insoweit sind die Aussagen von Herrn Carl-Joachim Hesse im WP-Bericht nachweislich falsch und unzutreffend. Zur Vollständigkeit der Entwicklung und des Bildes gehört auch, dass Herr Hesse seine Ablehnung des städtischen Angebotes mit üblen Anschuldigungen und Beschimpfungen Richtung Rathaus verbunden hat. Dieser Umgang und Stil stellte schließlich keine Grundlage mehr für weitere Aktivitäten und Bemühungen der Stadt dar.
  • Angesichts dieser bedauerlichen Entwicklung macht es nur noch dann Sinn, sich stadtseitig wieder mit einer etwaigen Übernahme des Objektes zu befassen, wenn die Erbengemeinschaft ihrerseits der Stadt ein verbindliches bzw. notarielles Angebot unterbreitet, was Grundlage für eine Beratung und Entscheidung sein kann. Dieses wurde so in Richtung der Eigentümer kommuniziert; bis heute ist im Rathaus ein derartiges Angebot als Entscheidungsgrundlage nicht eingegangen.

Im Übrigen hat sich die Stadt Schmallenberg für das bedeutende Kulturdenkmal über viele Jahre umfassend engagiert und auch den Heimatverein in seinem ehrenamtlichen Engagement nach Kräften unterstützt. Wiederholt wurden städtische Zuschüsse aus Denkmalmitteln für laufende Sanierungsmaßnamen und Reparaturen gewährt oder Türen für hohe Landes- und Stiftungsförderungen geöffnet. Auch persönlicher und vielfältiger Einsatz aus dem Rathaus hat das Denkmal und den Heimatverein von Beginn an intensiv begleitet.

Da Corona für den Heimatverein eine besondere Herausforderung darstellte und eine defekte Turbinenanlage in dieser Zeit auch noch für Ausfälle bei der Stromerzeugung und -einspeisung sorgte, ist die Stadt in dieser Zeit ganz besonders in die Bresche gesprungen. So hat der Rat im Juli 2021 beschlossen, die Pachtzahlung für das Jahr 2021 in Höhe von rd. 8.600 € zu übernehmen, ein Finanzierungsdarlehen von bis zu 50.000 € zur Zwischenfinanzierung von notwendigen Sanierungsmaßnahmen zu gewähren sowie ergänzend einen städtischen Zuschuss in Höhe von bis zu 10.000 € für Reparaturarbeiten zu leisten. Zudem lag eine umfassende Förderzusage der Deutschen Stiftung Denkmalschutz vor.

Leider kamen diese Hilfen nicht mehr voll zum Tragen, weil der Heimatverein sich in der Folgezeit zur Auflösung und Abwicklung des Vereins entschlossen hatte.