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Wenn die Stadt noch schläft..

...Winterdienst in der Stadt Schmallenberg

Während die meisten von uns sich nachts noch einmal im Bett umdrehen, sind sie längst wach: Die Mitarbeitenden im Winterdienst des Bauhofes. Zwischen 2 und 4 Uhr morgens drehen im wöchentlichen Wechsel bereits zwei Mitarbeiter ihre Kontrollfahrten – im gesamten Stadtgebiet. Ziel: prüfen, ob Schnee und Eis den Einsatz notwendig machen. Denn: Winterdienst ist kein Job nach Stechuhr, sondern einer nach Wetterlage.

Ab 4 Uhr morgens beginnt dann montags bis freitags die Rufbereitschaft, am Wochenende sogar ganztägig. Heißt im Klartext: Ausschlafen sieht anders aus. Und wenn Frau Holle besonders fleißig war, dann wird aus dem frühen Start schnell ein sehr langer Arbeitstag – Überstunden inklusive.

Sind die Räumfahrzeuge erst einmal unterwegs, wartet die nächste Herausforderung: zugeparkte, enge Straßen. Gerade die großen Schlepper haben hier oft wenig Spielraum. Was auf dem Papier nach „einmal durchfahren“ klingt, ist in der Realität Millimeterarbeit – und manchmal fast unmöglich. Trotzdem geben die Fahrer der Räumfahrzeuge ihr Bestes, um die Straßen so schnell und sicher wie möglich passierbar zu machen.

Insgesamt sind 24 städtische Mitarbeiter im Winterdienst im Einsatz. Ein Großteil davon als sogenannte „Handtrupps“. Das bedeutet: schippen, streuen und sichern – von Hand, im Dunkeln, auf glatten Wegen, Treppen und Plätzen. Keine beheizte Kabine, kein Komfort, sondern körperliche Arbeit bei Wind und Wetter. Unterstützt werden sie von 19 Fremdunternehmern, die mit zusätzlichen Räumfahrzeugen im Auftrag der Stadt unterwegs sind.

Dabei folgt der Winterdienst keinem Zufallsprinzip, sondern einem klaren Plan: Geräumt und gestreut wird nach festgelegten Prioritäten. Zuerst sind Hauptverkehrsstraßen, verkehrswichtige Strecken mit Busverkehr, Brücken, Gefällestrecken sowie die Bereiche rund um Krankenhäuser an der Reihe.

Erst wenn diese besonders wichtigen Punkte sicher sind, folgen Verbindungsstraßen, Nebenstraßen und schließlich die Wohngebiete. Dass es dort manchmal etwas länger dauert, liegt also nicht an mangelndem Einsatz – sondern daran, dass Sicherheit für alle oberste Priorität hat.

Natürlich bleibt bei all dem Einsatz Kritik nicht aus. Häufige Beschwerden: Der Winterdienst sei zu spät gekommen oder die eigene Einfahrt sei zugeschoben worden. Nicht selten wird sogar eine 24/7-Räumpflicht erwartet. Was viele dabei nicht wissen oder übersehen: Oft handelt es sich gar nicht um städtische Straßen.

Vielleicht denkt man beim nächsten Schneefall morgens auf dem Weg zur Arbeit kurz daran: Wenn die Straße frei ist, war jemand schon sehr früh für uns unterwegs.